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Sankara
Atmabodha
Die Erkenntnis des atman
Übersetzung aus dem Sanskrit und Kommentar von
Raphael

J. Kamphausen, Bielefeld 2009
ISBN 978-3-89901-188-3
144 Seiten, Hardcover, € 14,80

Titel zu beziehen über
Philosophia perennis e.V.

Das Werk:
Der Atmabodha (die Erkenntnis des atman), eines der bekanntesten Werke des indischen Philosophen und Weisen Sankara, wurde wegen seines bedeutungsvollen Inhaltes bereits von zahlreichen Advaita-Gelehrten kommentiert. Es besteht aus 68 sutra und handelt von der Beseitigung der Unwissenheit durch eine Erkenntnis metaphysischer Ordnung.

Diese Erkenntnis beinhaltet eine tiefgreifende Transformation; ihre Etappen sind nichts anderes als Momente einer Umwandlung, die in Folge eines stufenweisen Gewahrwerdens geschieht, da das Wesen ja die absolute Erkenntnis bereits in sich hat: »Das bist du« (tat tvam asi) sagt die Chandogya Upanischade. Diese theoretische und praktisch umzusetzende Erkenntnis bildet ein wesentliches Erfordernis für all jene, die den Vedanta wirklich verstehen wollen.

Der Autor:
Sankara gilt als einer der repräsentativsten philosophischen Denker, die Indien je hervorgebracht hat. Er realisierte die größte Synthese und Harmonisierung der gesamten indischen Philosophie. Mit seiner »Methode« der Wahrheitserforschung, die im Wesentlichen darin besteht, die Wahrheit von den bedeckenden Hüllen zu befreien, leistete er einen unermesslich wertvollen Beitrag zum philosophischen und metaphysischen Gedankengut der ganzen Welt.

Sein kurzes, aber intensives Leben (788-820) widmete er dem edlen Ziel, die vedische Überlieferung »wiederzubeleben« um damit die Autorität der ältesten Schriften (Sruti), das heißt, der Veden und Upanischaden, wiederherzustellen, die zu jener Zeit degradiert war.

Zu diesem Zweck verfasste Sankara bedeutende Kommentare zur »Dreifachen Wissenschaft des Vedanta« und schrieb zahllose andere Werke, darunter auch das Vivekacudamani und den Atmabodha, in denen er, zur Erlangung der advaita-Verwirklichung, theoretische Unterweisung mit praktischer Übung verknüpfte.

Der Kommentator:
Raphael, Weisheitslehrer des Westens, umfassender Kenner der östlichen Überlieferung und selbst praktizierender Advaitin, widmet sich seit vielen Jahren der umfangreichen Aufgabe, die universale Überlieferung in ihren unterschiedlichen westlichen und östlichen Ausdrucksformen zu präsentieren. So hat er auch den Atmabodha aus dem Sanskrit ins Italienische übersetzt und kommentiert.

Wie in all seinen Kommentaren östlicher Klassiker richtet er sich insbesondere an die westlichen Leser und verwendet eine Terminologie, die der Denkweise des Westens entspricht, ohne dabei jedoch die Lehre des Advaita Vedanta zu verkürzen. In jedem seiner Werke zielt der Autor dahin, das Bewusstsein des Lesers zu einer »Inbesitznahme« der Erkenntnis anzuregen.

Der Inhalt:
Der Originaltext des Atmabodha wird Satz für Satz im vollständig transliterierten Sanskrittext und anschließlich in seiner deutschen Übersetzung wiedergegeben. Eine ausführliche Einleitung in das Werk bilden die ersten drei Kapitel, »Vorwort«, »Sankara und der Advaita Vedanta« sowie »Der Atmabodha in Sankaras Werk«. Eine Erweiterung und Ergänzung findet diese Ausgabe des Atmabodha durch weitere zwei Kapitel im Anhang: »Einheit der Überlieferung« widmet sich dem Werk und der Aufgabe Raphaels und in »Platonismus und Vedanta« werden übereinstimmende Punkte zwischen der östlichen Lehre Sankaras und jener westlichen von Platon genannt. Den Abschluss bildet ein ausführliches Glossar zahlreicher Begriffe vor allem der östlichen aber auch der westlichen Überlieferung.

So bietet der Autor dem Leser miteinander korrespondierende Bezugspunkte der Lehren des Ostens und des Westens. Das kann für all jene nützlich sein, die ein vergleichendes Studium der Lehren anstreben und in den Geist der Einheit jener Lehren eindringen möchten

»Beide Richtungen zeigen, dass die eine und einzige Überlieferung »universale Wahrheiten umfasst, auf deren Besitz weder ein Volk noch eine Epoche Anspruch erheben kann.« (Raphael)

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