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Raphael
Der Dreifache Feuerweg
Gedanken, die schwingen
Aphorismen zu Alchemie, Ästhetik und Metaphysik

J. Kamphausen, Bielefeld 2. neu bearbeitete Auflage 2010
ISBN 978-3-89901-063-3
220 Seiten, Hardcover, € 18

Titel zu beziehen über
Philosophia perennis e.V.

Raphael stellt im Dreifachen Feuerweg drei Zweige der überlieferten Philosophie vor: Alchemie, Ästhetik und Metaphysik. Unter »Feuerweg« versteht er einen praktisch zu verwirklichenden Weg, »um das Feuer anzuzünden, zu beherrschen, zu lenken und dann auszulöschen«. Der initiatischen Überlieferung folgend skizziert Raphael den Verwirklichungsprozess entlang von drei Linien, damit jeder Suchende den Weg finden kann, der seinen eigenen Qualifikationen am meisten entspricht:

Was versteht Raphael unter Alchemie?

Die Transmutation von Blei in leuchtendes und strahlendes Gold, die Verwandlung all unserer individualisierten psychophysischen Kräfte in universale Kräfte.

Das verlangt eine grundlegende Rektifikation und Destillation unseres individualisierten irdischen Feuers, damit es zu einem Feuer werden kann, das alles durchdringt, erleuchtet und auflöst.

Das zweite Kapitel des ersten Teils ist der Verwirklichung gemäß der Liebe des Schönen gewidmet. Dieser Weg eignet sich für all jene, die für die »transzendentale Ästhetik« empfänglich sind im Sinne einer Harmonie und eines Einklangs mit der intelligiblen Welt.

Die Kunst ist Ausdruck der Schönheit, die Wissenschaft – in weitgefasstem Sinn – ist Ausdruck der Wahrheit, die Ethik Ausdruck der Vollkommenheit, während die Philosophia perennis (Metaphysik der Überlieferung) alle umfasst. Sie alle sind nichts anderes als eine Einheit: Die Schönheit enthält die Wahrheit und die Vollkommenheit, die Wahrheit enthält die Schönheit und die Vollkommenheit, und die Vollkommenheit enthält die Schönheit und die Wahrheit.

Das dritte Kapitel behandelt den »metaphysischen Weg«. Er dient jenen, die ihren begrenzten, diskursiven Verstand loslassen und das Reich des reinen Geistes (Nous) betreten wollen. In dieser Dimension verschmelzen die beiden zuvor beschriebenen Wege, denn im Einen-ohne-Zweiten lösen sich Quantität (Zahl) und Qualität (Töne) auf.

Was vom ersten Weg abbringen kann, ist eine Unreinheit des Herzens, das heißt eine nicht korrekte Reinigung der Kräfte. Was vom zweiten Weg abbringen kann, ist das nach außen, auf die Welt der Formen gerichtete, besitzergreifende Gefühl. Was vom dritten Weg abbringen kann, ist ein analytischer, selektiver und projizierender Verstand, der die Öffnung für den reinen Geist blockieren kann, welcher als einziger in der Lage ist, jene Identitätserkenntnis zu geben, in der Subjekt und Objekt der Erkenntnis verschwinden.

Raphael will nicht belehren. Er möchte diejenigen, die bereit sind, auf eine klar umrissene Bewusstseinsposition hinweisen, die verwirklicht werden muss. Seine Aphorismen sind für die Mehrheit daher möglicherweise enttäuschend, für jene Minderheit aber, die lieber sein will anstatt nur über das Sein nachzudenken, könnten sie überaus wertvoll sein.

Wer von dem Drang erfüllt ist, das göttliche Wahre und Schöne und den göttlichen Willen zu enthüllen, kann diesen Wegen bedenkenlos folgen. Das »große Leben« bietet dann gewiss alle dazu notwendigen Gelegenheiten.

Nota bene:
Anlässlich der Erstausgabe des 1986 in Italien erschienenen Buchs (Originaltitel: La Triplice Via del Fuoco), veröffentlichte der italienische Gelehrte Emilio Servadio eine Besprechung in der überregionalen Tageszeitung Il Tempo unter dem Titel: Die drei Wege zum Absoluten.

Die spanische Version des Buchs, La Triple Via Del Fuego, erschien 1992 in der Reihe Biblioteca Esoterica bei Munoz Moya y Montraveta editores in Brenes bei Sevilla. Die englische Fassung The Threefold Pathway Of Fire brachte der Verlag Aurea Vidya im Jahr 2000 in New York heraus.

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