Atmabodha

Diese Erkenntnis metaphysischer Ordnung, von der das Werk handelt, beinhaltet eine tiefgreifende Transformation; ihre Etappen sind nichts anderes als Momente einer Umwandlung, die in Folge eines stufenweisen Gewahrwerdens geschieht, da das Wesen die absolute Erkenntnis ja bereits in sich hat: »Das bist du« (tat tvam asi) sagt die Chandogya Upanisad. Diese theoretische und praktisch umzusetzende Erkenntnis bildet ein wesentliches Erfordernis für all jene, die den Vedanta wirklich verstehen wollen.

Sankara unterstützt mit seiner »Methode« der Wahrheitserforschung dabei. Sein kurzes, aber intensives Leben (788-820) widmete er dem edlen Ziel, die vedische Überlieferung »wiederzubeleben« um damit die Autorität der ältesten Schriften (Sruti), das heißt, der Veden und Upanischaden, wiederherzustellen, die zu jener Zeit degradiert war.

Zu diesem Zweck verfasste Sankara bedeutende Kommentare zur »Dreifachen Wissenschaft des Vedanta« und schrieb viele andere Werke, darunter Vivekacudamani und Aparoksanubhuti, in denen er, zur Erlangung der advaita-Verwirklichung, theoretische Unterweisung mit praktischer Übung verknüpfte.

Raphael richtet sich - wie in all seinen Kommentaren östlicher Klassiker - insbesondere an Leser aus dem Westen und verwendet dazu eine Terminologie, die der Denkweise des Westens entspricht, ohne jedoch die Lehre des Advaita Vedanta zu verkürzen. In jedem seiner Werke zielt der Autor dahin, das Bewusstsein des Lesers zu einer »Inbesitznahme« der Erkenntnis anzuregen.

»Beide Richtungen zeigen, dass die eine und einzige Überlieferung »universale Wahrheiten umfasst, auf deren Besitz weder ein Volk noch eine Epoche Anspruch erheben kann.«
(Raphael)